Gerolsbach (sh) Die Gerolsbacher Feuerwehr ist in Ordnung und in besten Händen. Trotz des Jahrhundert-Hochwassers im letzten Jahr, bei dem etliche äußerst heikle Kipppunkte überstanden wurden, wird sie noch mehr in Ordnung sein, wenn heuer mit der Einweihung des neuen Feuerwehrfahrzeuges die Bedarfsplanung weitgehend abgeschlossen sein wird. Ex-Kommandant Thomas Daschner wurde zum Ehrenkommandant ernannt und Hubert und Bernhard Mehringer erhielten Auszeichnungen für 40 Jahre freiwilligen und aktiven Feuerwehrdienst von Verein und Gemeinde.


Vorstand Johannes Lacher konnte zu Beginn der Jahreshauptversammlung eine große Teilnehmerschaft begrüßen, die die Buchberger-Kettner Gaststube bis auf den letzten Platz belegte. Unter ihnen Bürgermeister Martin Seitz, ein paar Gemeinderäte und Kreisbrandmeister Tobias Zull. Nach einer kurzen Gedenkminute an die verstorbenen Mitglieder Georg Fischer, Josef Maurer und Benedikt Breitner stellte er in seinen Ausführungen das Vereinsgeschehen in 2024 dar. Herausragend waren der Besuch des 380 Jahre Gründungsfestes in Junkenhofen, das alljährliche Hoffest und das Bürgerfest. „Das traditionelle Familienfest fiel aus oder genauer wurde ersetzt“, so der sehr organisierte Vereinsvorsteher, „da uns die Singenbacher mit ihrem Patenbitten für ihr heuriges Gründungsfest einen Strich durch die Rechnung machten“. „Das Patenbitten war aber mehr als ein adäquater Ersatz und schlussendlich haben wir die Patenschaft angenommen und freuen uns auf die kommende Singenbacher Festivität“, so der Redner. Zum Ende des Vereinsjahres wurde wieder der Christbaum, gespendet von Frau Gekeler, am Rathaus aufgestellt. Dem folgte das traditionelle Floriansamt mit Endessen und schließlich der Gerolsbacher Weihnachtsmarkt und das Christbaumsammeln der Feuerwehrjugend. „Ein großes Thema, nicht nur finanziell, war der Bau unseres Anbaus im vergangenen Jahr“, so Vorstand Lacher zufrieden, „doch mit dem neuen Lager können wir unsere Gerätschaften leichter unterbringen und handhaben“. Weiter gab Vorstand Lacher noch bekannt, dass vier Vorstandssitzungen, drei Sondersitzungen über die Bühne gingen und kurz vor Weihnachten noch das neue Löschfahrzeug HFL 20 abgeholt wurde. „Die Fahnenabordnung rückte sieben Mal aus“, so der Vereinsvorsteher, „ein großer Dank der Fahnenabordnung um Thomas Demmelmair“. Danach kamen die Planungshöhepunkte fürs heurige Jahr. „Los geht es am 27. Juni mit der Teilnahme als Patenverein beim Singenbacher 150-jährigen Feuerwehrjubiläum, dann folgt ab 19. Juli das zweitägige Bürgerfest, das wir als Feuerwehr komplett bewirten und in dessen Rahmen unser neues Feuerwehrfahrzeug eingeweiht werden wird“, so Vorstand Lacher in Vorfreude zu den Ereignissen. Mit dem Hinweis auf einen gemeinsamen Ausflug mit den Schützen übergab der Redner an Kassier Stefan Herbst. Der berichtete von hohen Ausgaben, die insbesondere durch Anschaffung von Vereinskleidung für die Patenschaft und zum anderen durch den Bau der Lagerhütte begründet waren. „Es darf auch mal einen negativen Haushalt geben“, so die weise Vernunft des sorgsamen Kassiers, „wenn man das Geld in sinnvolle Dinge investiert“. Die Kassenprüfer Gudrun Bauer und Matthias Schaipp lobten die solide Kassenführung und schlugen die Entlastung der Vorstandschaft vor, die einstimmig von der Versammlung angenommen wurde. Einen kleinen Wermutstropfen hatte Kassier Herbst aber noch für die Versammlung. Es ging um den Jahresbeitrag, der aber nach kurzer Rede von 16 auf 28 Euro bei den Erwachsenen und von 8 auf 10 Euro bei den Jugendlichen einstimmig angenommen wurde. In den folgenden Ausführungen von Kommandant Martin Gebhardt vermeldete er einen wie bei vielen Feuerwehren stark gestiegenen Einsatzaufwand. „Im letzten Jahr haben wir 4731 Stunden aktiven Feuerwehreinsatzdienst geleistet“, resümierte der Chef der aktiven Feuerwehr und schickte gleich ein dickes Lob an die Mannschaften, die herausragendes geleistet haben. Darunter waren neun Brand- und Atemschutzeinsätze und siebzehn Hilfeleistungseinsätze, sowie ein Sondereinsatz mit Gefahrenstoff und 61 Einsätze beim Hochwasser. „Letztere waren sehr effektiv“ so der Leiter der Aktiven, „aber mit Geschick, Voraussicht und etwas Glück konnten wir den Fall vermeiden, dass die komplette Stromversorgung zusammenbrach. Das hätte den Schaden signifikant in die Höhe getrieben“, die Einschätzung des Experten. Er rundete seinen Bericht mit dem Status in der Jugendarbeit ab. „Momentan haben wir 15 Jugendliche in der Feuerwehr, die unter anderem bei der Ramadama-Aktion, beim Wissenstests und bei zahlreichen Übungen an ihre kommenden Aufgaben herangeführt werden“ so der vorausschauende Chef der aktiven Mannschaften. Ähnlich beschrieb Bürgermeister Martin Seitz die kritische Lage im Hochwasser durchfluteten Gerolsbach, und lobte die Arbeiten der Feuerwehr, „die es verstand die freiwilligen Helfer aus der Bürgerschaft optimal mit einzubinden“. Generell zeigte er sich höchst erfreut, dass die Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen der Feuerwehren in Gerolsbach sich bestens entwickelt hat. Ins gleiche Horn stieß Kreisbrandmeister Tobias Zull, der Mitarchitekt des Gerolsbacher Feuerwehrkonzeptes, und zollte den sechs Gemeindefeuerwehren größten Respekt, ob ihrer weitsichtigen Vorgehensweise. „Ob bei der Verteilung der Sandsäcke, dem Einsatz der Feuerwehrleute und der Helfer, aber auch bei der Priorisierung von Gerät und Objekten zeigten die Gerolsbacher größtes Geschick und konnten größeren Schaden verhindern“, die Worte des Kreisbrandmeisters. In den Neuwahlen wurden Michelle Lubich als stellvertretende Vorständin, Willi Reim als Schriftführer, Michael Brandstetter als 2. Kassier und Enrico Hensch als 2. Beisitzer einstimmig bestätigt. Im Amt des Atemschutzgerätewartes wurde Stefan Herbst nach 30 Jahren von Rafael Fuchs abgelöst. Stefan Herbst schilderte rückblickend, dass unter seiner Wirkenszeit drei Kreisbrandräte und drei Kreisbrandmeister die überregionalen Geschicke des Kreises und damit auch Gerolsbachs leiteten, und in Gerolsbach 44 Atemschutzträger, darunter sechs Frauen, auf die entsprechenden Lehrgänge geschickt und ausgebildet wurden. Bei den Ehrungen wurde Kommandant Thomas Daschner, der im letzten Jahr das Amt an Martin Gebhardt weitergegeben hatte, zum Ehrenkommandant ernannt. Bernhard und Hubert Mehringer erhielten für 40 Jahre aktiven Dienst Auszeichnungen von Verein und Gemeinde. Weitere Ehrungen gab es für Kommandant Martin Gebhardt, Trixi Herbst, Anne Hensch, Markus Pal, Stefan Salvamoser und Vorstand Johannes Lacher für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Abschließend stellte Matthias Schaipp die Planungen des diesjährigen gemeinsamen Ausfluges mit den Schützen zum Schliersee vor. Termin ist der 21. September. Im zweiten allgemeinen Thema ging es um die Planungen des 2028 anstehenden 150-jährigen Gründungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Gerolsbach. Hier kristallisierte sich nach reger Diskussion heraus, dass die Stimmung zu einem drei- oder viertägigen Fest tendiert. Vorstand Lacher kündigte an, dass man mit dieser Vorgabe in die Planungen gehen wird, ehe er mit einem „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ die recht bewegte Versammlung schloss.

